Logo

Teaser-Seite

Sie sind hier:- Artikel, Videos & Bilder  - Artikel  

Das System der Stehenden Säulen des TaijiDao-Systems

(von Ausbilder Tobias Puntke)

Das Üben in festen Standpositionen (chin. Zhan Zhuang Gong) bietet dem Übenden der innere Künste die Möglichkeit sich grundlegende (innere) Fähigkeiten unter optimalen und einfachen Bedingungen anzueignen.
Das weitestgehende Fehlen äußerer Bewegungen und Interaktionen machen es relativ leicht, in das eigene Innere vorzudringen und die dort schlummernden Potentiale zu wecken.

Sind diese Fähigkeiten unter solch optimalen Bedingungen geweckt worden, so können sie ggf. auch leicht auf (komplexe) Bewegungen und Interaktionen mit dem Partner übertragen werden.
Die stehende Meditation ist also u.a. eine wichtige Grundlage für jedes Bewegungstraining, wenn man über den Rahmen der rein äußerlich sichtbaren Bewegung hinaus gelangen möchte.

Genauso wie sich verschiedene körperliche, geistige und energetische Zustände ganz natürlich in einer Vielzahl von unterschiedlichen Haltungen ausdrücken, können spezielle Körperhaltungen das Erreichen spezieller innerer Zustände erleichtern.

Das System der Stehenden Säulen des TaijiDao besteht aus 13 grundlegend unterschiedlichen Übungspositionen, die jeweils auf das Erreichen ganz unterschiedlicher innerer Fähigkeiten und Qualitäten abzielen.
Das volle Potential dieser Übungen erschließt sich dem Übenden dabei durch die Berücksichtigung verschiedener Komponenten.
Je nach Übung wird der Übende im richtigen Einsatz der Körperhaltung, der Atmung, der Konzentration und Entspannung, des Bündelns und Leitens des Qi sowie der Selbstmassage unterwiesen.

Dies geschieht immer auf der Grundlage der Übungstheorie, die eine Art Landkarte des Übungsprozesses vermittelt und dem Übenden somit Orientierung und Anhaltspunkte auf seinem Übungsweg gibt.
Erst durch diese Kombination wird es möglich in relativ kurzer Zeit zum Kerngehalt der Übungen vorzudringen und langwierige Umwege zu vermeiden.

Das System der dreizehn Stehenden Säulen des TaijiDao erlaubt es an Hand 13 grundlegender Übungen zentrale Aspekte der inneren Kampfkünste, der TCM und der Selbstkultivierung praktisch zu erfahren:

1. Wuji Zhuang
In der ersten stehenden Meditation lernt der Übende seinen Körper und Geist zu entspannen, sich von äußeren Störungen abzugrenzen, seine Energieleitbahnen im Inneren und Äußeren zu öffnen und im fortgeschrittenen Bereich, sich von körperlichen und geistigen Konditionierungen zu befreien. Nähere Ausführungen dazu finden Sie im Artikel: Wuji Zhuang – Stehend das höchste Nichts erreichen.

2. Yin Yang Zhuang
In der zweiten stehenden Säule lernt der Übende ganz praktisch Yin und Yang im Körper zu verstehen und zu balancieren, um so körperlich, geistig und energetisch zu seiner Mitte zurück zu finden. Daraus erwachsen Fähigkeiten wie Zentrierung, Struktur und Verwurzelung.

3. San Cai Zhuang
In der dritten stehenden Säule kann der Üben-de sich die praktische Bedeutung des Konzepts von Himmel, Erde und Mensch (San Cai) erschließen und lernt sich wieder mit den großen Energiequellen der Natur zu  verbinden.

4. Si Xiang Zhuang
In der vierten stehenden Säule wird die Umsetzung des Konzepts der vier Bilder (Si Xiang: großes Yang, kleines Yang, großes Yin, kleines Yin)  im menschlichen Körper trainiert. So lernt der Übende, das Qi in die vier Enden (Si Shao) zu leiten und so seinen Körper auf ganzheitliche Weise von innen her wieder zu seiner vollen Kraft kommen zu lassen.

5. Wu Xing Zhuang
In dieser aus fünf eigenständigen Stehübungen bestehenden Sektion lernt der Übende, die fünf Wandlungsphasen (Wu Xing: Metall, Wasser, Holz, Feuer, Erde) und die mit Ihnen verbundenen Organe und Funktionen wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zu bringen, um die Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen. Bei diesen Übungen werden nicht nur die Körperhaltung und das Leiten des Qi,  sondern auch verschiedene Atemarten und Methoden der Selbstmassage eingesetzt.

6. Liu He Zhuang
In der zehnten stehenden Säule lernt der Übende die drei inneren und äußeren Zusammenschlüsse (Liu He) herzustellen, um so zu einer optimalen Körperstatik und Kraftübertragung zu kommen und die Wirksamkeit seiner Handlungen in der Kampfkunst zu optimieren.

7. Qi Xing Zhuang
In der elften stehenden Säule kann der Übende lernen, die als sieben Sterne (Qi Xing) bezeichneten Bereiche seines Körpers (Kopf, Schultern, Ellenbögen, Hände, Hüften, Knie und Füße) und die damit verbundenen psycho-spirituellen Komponenten zu harmonisieren, indem er lernt, sich mit speziellen äußeren Qi-Quellen zu verbinden und auszutauschen.

8. Bagua Zhuang
In der zwölften stehenden Säule lernt der Übende, sich die innere Bedeutung der acht Trigramme (Bagua) in Form der acht grundlegenden Techniken des Taijiquan (Peng, Lü, Ji, An, Cai, Lie, Zhou und Kao) zu erschließen. Diese Stehmeditation besteht aus acht verschiedenen Unterpositionen, in denen die innere Energie- und Strukturarbeit der jeweiligen Grundtechnik erlernt wird.

9. Jiu Gong Zhuang
In der letzten stehenden Säule lernt der Übende, das Konzept der Neun Paläste (Jiu Gong), wie es ähnlich auch im Feng Shui verwendet wird, auf seinen Körper zu übertragen. So lernt er die neun Körperabschnitte mit Hilfe der Spiralenergie (Chan Si Jin) zu einer unverbrüchlichen Einheit zu verbinden.

© Europäische TaijiDao Gesellschaft (ETG) - Tobias Puntke M.A. - 2010 - www.TaijiDao.com - Alle Rechte vorbehalten! -